Alles nur Ansichtssache. Im dritten Teil der Serie der Dachauer Nachrichten VOM CHRISTBAUM ZUM SETZLING.

Die Dachauer Nachrichten mit dem Stift in der Hand – wir mit der Top-Stopp-Zange in der Hand. Das kann nur eines bedeuten: Herzlich Willkommen zum dritten Teil der Serie der Dachauer Nachrichten VOM CHRISTBAUM ZUM SETZLING.


Bikinifigur für Christbäume.

Man kann es drehen und wenden wie man möchte. Oder: Man kann ihn drehen und wenden, wie man möchte. Den Christbaum. Kritische Blicke gibt es zweimal im Jahr: Passt die Bikini-Figur rechtzeitig zum Start in den Urlaub? Ist das wirklich der allerschönste Christbaum für uns zu Hause? Warum wir bereits jetzt die Bikinifigur unserer Nordmanntannen angehen müssen, darüber berichten die Dachauer Nachrichten im ihrer Serie VOM CHRISTBAUM ZUM SETZLING in ihrer Ausgabe vom 07.05.2019.

Sonnenbrand für Nordmanntannen.

Nach dem wirklich beeindruckenden Start in den diesjährigen Sommer mit Temperaturen von teilweise über 28°C am Osterwochenende kündigen die Meteorologen einen neuen Rekord an: Der Sommer 2019 soll noch heißer werden als der Supersommer 2018. Lt. dem Deutschen Wetterdienst war der Sommer 2018 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, nur der Jahrhundert­sommer 2003 war noch heißer. Das Jahr 2019 soll dies alles in den Schatten stellen.

In den Schatten stellen würden wir auch zu gerne unsere Christbäume. Die zu dieser Jahreszeit zu warmen Temperaturen führen zu zu schnellem Wachstum der Tannen, der Baum wird nicht so buschig, der Abstand der Zweige wird zu groß und zu ungleichmäßig, zudem droht die Gefahr des Sonnenbrands auf den eigentlich ja wunderschön dunkelgrünen Nadeln.

Die Herkunft der Christbäume mag ein wichtiger Aspekt für die Kaufentscheidung sein – über 55% der Kunden kaufen bewusst Bäume aus der Region, auch achten sie auf ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis. Dennoch ist für mehr als 70% die Optik das entscheidende Kriterium. Höchste Zeit also, bereits jetzt an die Bikinifigur zu denken. Denn spätestens im Winter würden die Bäume keine Fehler mehr verdecken können.

Finetuning für Christbäume.

Der Formschnitt ist die Königsdisziplin, das ´Finetuning` der Bäume. Seitentriebe werden so reguliert, so dass der Baum eine Grundform mit optimalen Breiten- und Höhenverhältnis erhält und schlank wächst. Diese regelmäßige Rundung der Tanne erzielt man durch einen manuellen Eingriff in das Wachstum des Christbaums. Die äußeren Triebe werden herausgezwickt und der Wuchs der Seitentriebe damit bewusst gesteuert.

Ziel des Korrekturschnitts ist es, doppelte Spitzen bzw. Zweige zu entfernen, die die Symmetrie und die Harmonie des Baumes stören. Der Terminaltrieb, die Spitze des Baumes, ist Ansatzpunkt, um das Längenwachstum zu regulieren und einen dichten Wuchs der Äste mit gleichmäßigen Abständen der Astreihen sicher zu stellen. Diese Pflegemaßnahme erfordert wie der Formschnitt ein hohes Maß an Erfahrung, mit einer Spezialzange, der Top-Stopp-Zange, muss der Saftstrom kontrolliert unterbrochen werden.

Profis am Werk.

Und spätestens damit folgt der Beweis, dass hier Profis am Werk sind. Mit sicherem Blick und gekonnten Schnitten in enormer Geschwindigkeit arbeiten wir uns von Baum zu Baum. Schließlich ist alles Handarbeit, in der intensivsten Pflegephase der Tannen werden keine Maschinen eingesetzt.

Das mag zugegeben nicht wirklich attraktiv oder beneidenswert wirken – selbst im Kontext eines Arbeitsplatzes in der Natur statt im Großraumbüro und in schönstem Sonnenschein statt stundenlang vor dem PC. Es sind die Begeisterung für die Nordmanntanne, die am Tannenhof Oberweilbach bereits seit Generationen weitergegeben wird, und die Liebe zum Weihnachtsbaum­anbau, die nachweisbar im Spennesberger’ Blut fließt, die den harten Alltag meist vergessen lassen und immer wieder zu neuen und besseren Leistungen motivieren.

Und das alles für die perfekte Bikinifigur. An Weihnachten.

 

Der die ersten beiden Teile der Serie verpasst hat, der kann hier und hier jederzeit nochmals nachlesen.